Brüderkrankenhaus eröffnet neue Klinik für Kardiologie und erweitert die Pneumologie
Paderborn. Mit dem Aufbau einer Klinik für Kardiologie und der Erweiterung der Pneumologie komplettiert das Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn sein Leistungsangebot im Bereich der Inneren Medizin. Die Klinik teilte ihre Planungen auf einer Pressekonferenz mit. Danach soll die neue Kardiologie ab 1. Juli eröffnet werden. Die Pneumologie (Lungenheilkunde) wird um ein zertifiziertes Lungenkrebszentrum und ein Schlaflabor erweitert. Mit den Maßnahmen trägt das Krankenhaus dem wachsenden Bedarf Rechnung und kann demnächst auch Herzinfarktpatienten des Rettungsdienstes adäquat versorgen. Das bedeutet kurz gesagt: Mehr Herz für Paderborn.
Chefarzt der neuen Klinik für Kardiologie wird ab 1. 7. 2012 Dr. Andreas Schärtl. Der
52-jährige Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie Internistische Intensivmedizin ist seit 1993 als Oberarzt und ab 1999 als Leitender Oberarzt und Leiter des Katheterlabors im St.-Vincenz-Krankenhaus tätig. Mit Dr. Schärtl hat das Brüderkrankenhaus einen äußerst erfahrenen Experten für den Aufbau der neuen Klink gewonnen, der bereits rund
25 000 Patienten mit einem Herzkatheter behandelt hat. Herzstück der neuen Klinik ist dabei ein so genannter Linksherzkathetermessplatz und ein Katheterlabor. Sie erlauben es, die Herzkranzgefäße zu untersuchen und insbesondere bei Herzinfarkten mit einem Ballonkatheter und Stents (Aufweitungen) zu behandeln. Sobald die personellen Voraussetzungen geschaffen sind, wird das Katheterlabor rund um die Uhr zur Verfügung stehen.
„Die Investitionen allein für die Kardiologie belaufen sich auf knapp 2 Mio. Euro, wobei etwa die Hälfte davon auf den Linksherzkathetermessplatz entfällt“, sagt Siegfried Rörig, Kaufmännischer Direktor des Brüderkrankenhauses. Untergebracht werde die neue Klinik trotz der umfangreichen Erweiterungsbaumaßnahmen des Hauses in vorhandenen Räumen.
Weitere Planungen betreffen die Pneumologie. Neben dem schon bestehenden Schwerpunkt zur Behandlung ambulant erworbener Lungenentzündungen soll ein zertifiziertes Lungenkrebszentrum und ein Schlaflabor eingerichtet werden. Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Allgemeine Innere Medizin ist Dr. Hans-Christian Buschmann, der bereits seit 2007 die Sektion Pneumologie im Brüderkrankenhaus geleitet hat. Daher strebt Dr. Buschmann an, die Schlaf- und Beatmungsmedizin als wesentliche Bereiche der modernen Pneumologie auszubauen. Sein Bestreben wird es sein, die Diagnostik und Therapie von schlafbezogenen Atemstörungen im Rahmen eines Schlaflabors zu ermöglichen.
„Von großer Bedeutung ist aber trotz aller Zuwendung zur Pneumologie der Anspruch, auch die allgemeine Innere Medizin weiterhin abzubilden“, möchte der neue Chefarzt deutlich herausstellen. Die tägliche Praxis zeigt, dass immer mehr alte und multimorbide Patienten zu versorgen sind, die nicht immer einen weiteren Spezialisten benötigen sondern im Gegenteil von einer im internistischen Sinne ganzheitliche Behandlung profitieren.
„Entscheidend ist für mich aber der intensive Kontakt mit den Patienten und den niedergelassenen ärztlichen Kollegen.“, sagt Buschmann. In diesem Sinne hofft er auf eine gute kollegiale Zusammenarbeit mit allen Fachdisziplinen. In einem Lungenkrebszentrum arbeiten Mediziner verschiedener Fachrichtungen zusammen wie Onkologen, Radiologen und Nuklearmediziner.
Die Kosten für die Erweiterungen in der Pneumologie belaufen sich auf rund 600 000 Euro.