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SCHÖNFELDERHOF. Die AWO Suchthilfe gemeinnützige GmbH sowie die Barmherzigen Brüder Schönfelderhof gehen bei der Integration psychisch beeinträchtigter und abhängigkeitskranker Menschen neue Wege.
Die St. Bernhards-Werkstätten Schönfelderhof mit ihren differenzierten Arbeitsangeboten im Bereich Handwerk und Industrie, Lebensmittelhandwerk, Wäscherei, Hauswirtschaft und Garten/Landschaftspflege engagieren sich seit Jahrzehnten in der personenzentrierten und gemeindepsychiatrischen Betreuung psychisch beeinträchtigter Menschen im beruflich – rehabilitativen Bereich.
Insbesondere der Berufsbildungsbereich der St. Bernhards-Werkstätten hat die Aufgabe einer personenzentrierten und arbeitsmarktorientierten beruflichen Bildung für psychisch beeinträchtigte Menschen mit dem Ziel der individuellen Persönlichkeitsentwicklung und sozialen Rehabilitation auf Grundlage des SchwbG, der SchwerbWV und dem Gesetz zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen.
Durch das Integrationsmanagement, und das interdisziplinäre Rehateam des Schönfelderhofes werden individuelle personenorientierte und sozialpädagogische Maßnahmen zur Integration der betreuten Menschen eruiert, initiert, umgesetzt und evaluiert.
Die Vermittlung in den sogenannten allgemeinen Arbeitsmarkt ganz im Sinne von Inklusion, hat sich die Einrichtung in jüngster Zeit auf die Fahnen geschrieben.
Die AWO – Suchthilfe gemeinnützige GmbH, eine gemeinnützige Gesellschaft der Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Neuwied e.V. hat sich ebenfalls ganz im Sinne der Inklusion die Schaffung und Erhaltung von „Stadtteil- und Dorfläden“ auf Ihre Fahne geschrieben und sich zur Aufgabe gestellt abhängigen Menschen eine Chance zur sozialen und beruflichen Wiedereingliederung zu bieten. Seit 2009 betreibt der Träger drei Stadtteil – und Dorfläden in Trier – Nord, Trier-Pfalzel und in Föhren.
Die Läden sind als Integrationsfirmen konzipiert und ermöglichen Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen, Behinderungen und Erkrankungen den Zugang zum und Teilhabe am Arbeitsleben, in dem sie die Möglichkeit zur Schaffung von Dauerarbeitsplätzen für den beschriebenen Personenkreis unter humanen Bedingungen und in marktwirtschaftlichem Wettbewerb bietet.
Nicht die Gewinnmaximierung steht im Vordergrund, vielmehr ist die Schaffung von Arbeitsplätzen für behinderte und benachteiligte Menschen der unternehmerische Antrieb.
In Zeiten des Abbaus von Arbeitsplätzen und einer extensiven Langzeitarbeitslosigkeit unter behinderten und beeinträchtigten Menschen müssen neue Wege gefunden werden, um Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Menschen sind als erste von Entlassungen bedroht und haben kaum Chancen auf dem freien Arbeitsmarkt bei steigender und anhaltender Arbeitslosigkeit.
Die Auswertung von Statistiken zeigt immer noch, dass die Arbeitslosigkeit unter schwerbehinderten Menschen überdurchschnittlich hoch ist. An dieser Tatsache wird sich in den nächsten Jahren auch nicht viel ändern. Es muss damit gerechnet werden, dass die Vermittlung von schwerbehinderten Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt sich nach wie vor schwierig gestaltet.
In vielen Dörfern und strukturell unterversorgten Gebieten ist es für ältere Menschen sowie für Großfamilien schwierig ihre Einkäufe zu erledigen.
Früher, vor dreißig, vierzig Jahren gab es in jedem Dorf mindestens ein kleines Geschäft oder Ladenlokal. Diese Läden waren Treffpunkte für jung und alt und „Nachrichtenzentrale“ des jeweiligen Ortes. Dort wurde das Miteinander gelebt und hier bekam man alles was man brauchte.
Im Zuge der Expansion von Supermärkten und Discountern wurden und werden immer noch die kleinen Läden auf dem Lande dicht gemacht.
Intention der AWO Suchthilfe war es diesem Trend etwas entgegen zu setzen und für suchtkranke und beeinträchtigte Menschen unter realitätsnahen Bedingungen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Neben der Förderung der fachlichen Qualifikation ist es dem Träger wichtig, Stabilisierungsprozesse in Gang zu setzen.
Durch die Anstellung im Integrationsbetrieb „Dorfladen“ kann ein solcher Prozess einen Anfang finden.
Die Mitarbeit im Laden integriert die beeinträchtigten Menschen in den Arbeitsprozess, schafft Zugehörigkeit und ist damit der Gegenpol zum gesellschaftlichen Ausgegrenztsein, verbindet mit der Umwelt hat soziale und stabilisierende positive gesundheitliche Faktoren.
Alle Läden bieten älteren nicht mobilen Einwohnern die Möglichkeit ortsnah ihren täglichen Bedarf an Lebensmitteln und Haushaltswaren zu decken.
Zudem wird der Kontakt zwischen den Dorfbewohnern durch den Einkauf im „Dorfladen“ gefördert.
Die Läden bieten zudem einen Lieferservice an, der älteren Menschen den Verbleib in ihren vier Wänden garantiert.
Die AWO – Suchthilfe gemeinnützige GmbH sowie die Barmherzigen Brüder Schönfelderhof wirken nun gemeinsam in den jeweiligen individuellen beruflichen Rehabilitationsprozessen, stimmen ihr Hilfsangebot aufeinander ab und koordinieren ihre Hilfen ganz im Sinne einer engen und einzelfallbezogenen Kooperation.
So befinden sich derzeit zwei Bewohner in einer virtuellen Berufsbildungsphase des Schönfelderhofes mit dem Ziel der Integration in die „Stadtteil – und Dorfläden“ der AWO- Suchthilfe. Die Teilnehmer der beruflichen Berufsbildungsmaßnahmen erhalten nach Abschluss der Maßnahme einen festen Arbeitsvertrag in den Läden der AWO – Suchthilfe.
Aber auch Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, welche vom Fachpersonal des Schönfelderhofes im Rahmen der Eingliederungshilfe ambulant betreut werden, erhalten die Möglichkeit in Form von Praktikas und Probearbeitsverhältnissen einen Arbeitsplatz in den Stadtteil- und Dorfläden anzustreben.
Desweiteren wurden zahlreiche rehabilitative Maßnahmen mit dem Ziel der Integration in die WfbM oder des Erhalts eines Arbeitsplatzes auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder einer Ausbildungsstelle durchgeführt.
So konnte kürzlich ein psychisch beeinträchtigter und suchtkranker junger Mann, zunächst über die stationäre komplementäre soziotherapeutische, später dann ambulante und tagesstrukturierende Betreuung schließlich erfolgreich in eine Ausbildungsstelle als Koch in der Großküche des Schönfelderhofes vermittelt werden. So ließ sich eine Entwicklung aufzeigen von einem Schonraum über übende, tagestrukturierende Arbeitstrainingsmaßnahmen bis hin zum Erhalt einer Ausbildungsstelle mit dem Ziel einer späteren Tätigkeit als Koch.
Produkte, welche in den St. Bernhards-Werkstätten Schönfelderhof oder dem Berufsbildungsbereich und/oder der Ergotherapie hergestellt werden (Eier, Wurstwaren, Kunstkarten, Geschenkartikel in Eigenfertigung) werden zudem in den Stadtteil – und Dorfläden der AWO – Suchthilfe zum Verkauf angeboten.
Die St. Bernhards- Werkstätten Schönfelderhof und die AWO – Suchthilfe präsentieren ihre Arbeit am 26. August 2011 im Rahmen des Sommerfestes und der 10 – Jahres – Feier der AWO – Suchthilfe Neuwied in der Soziotherapie „Alte Gerberei 6“ in Bitburg.
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