Häufige Fragen

Werden alle Schädelbasiserkrankungen endoskopisch behandelt?

Nein. Die endgültige OP-Strategie kann nicht pauschal anhand einer Diagnose festgelegt werden. Ob ein endoskopisches Verfahren oder eine traditionell-mikrochirurgische Herangehensweise optimal ist, kann nur nach genauer Analyse der entsprechenden CT- und MRT-Bilder und ggf. Hormonanalysen erfolgen. Ein individuelles Beratungsgespräch hierzu ist obligat. So wurden z.B. in unserer Klinik 87 Prozent aller Hypophysenadenome seit dem Jahr 2000 endoskopisch operiert.

Falls zunächst keine Operation notwendig ist oder andere Alternativen bestehen, stellen wir - falls noch nicht geschehen - den Kontakt zu einem entsprechenden Spezialisten her, z.B. einem Stoffwechsel- und Hormonspezialisten oder einem Strahlentherapeuten.

Wie lange ist der stationäre Aufenthalt nach einer endoskopischen Hypophysenadenom-Operation?

Die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus beträgt 5 Tage. Von einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 2 Wochen ist auszugehen.

Muss ich als Kassenpatient einen endoskopischen Eingriff selbst bezahlen?

Nein. Alle operativen Leistungen in unserer Abteilung werden unabhängig vom Versichertenstatus durchgeführt. Eine Zuzahlung außerhalb der gesetzlich vorgesehenen Beteiligung existiert nicht.

Ich stelle mir es sehr schmerzhaft vor, durch die Nase operiert zu werden. Werden Verbände oder Tamponaden eingesetzt? Ich habe von Drainagen im Rücken nach einer Operation gehört.

Tatsächlich muss die Operation in Vollnarkose durchgeführt werden, da die Nase schmerzempfindlich ist. Nach der Operation sind in der Regel einfache Schmerzmedikamente für einige Tage ausreichend, bis die Nase abgeschwollen ist.

Nervenwasserableitungen im Rücken (sogenannte Liquordrainagen) werden nur in der Minderzahl der Eingriffe benötigt, z.B. bei Operationen mit größeren inneren Wunden (z.B. Chordomen). Der Zweck dieser Drainagen ist, dass kein Hirnwasserverlust (Liquor) aus der Schädelbasis auftritt.

Tamponaden in der Nase werden - wie auch die Liquordrainagen - dann verwendet, wenn größere innere Wunden im Bereich der Schleimhäute und Nasennebenhöhlen bestehen, selten ist dies beim Hypophysenadenom der Fall.

Welche Risiken bestehen bei diesem Eingriff?

Ob eine hohe oder geringe Wahrscheinlichkeit für einzelne Risiken besteht, wird im Rahmen eines individuellen Beratungsgespräches geklärt.

  • Infektionen, auch Hirn- und Hirnhautentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung
  • Hirnwasserfistel, evtl. für einige Tage lumbale Dauerdrainage, ggf. Entnahme von Bauchfett
  • Nachblutungen, Hirnschwellung sowie Verletzung von Gefäßen (Arterien, Venen) können zu Lähmungserscheinungen führen (z.B. Arme, Beine, Hirnnerven, Sprache, ähnlich einem Schlaganfall), unter Umständen schwere und dauerhafte Ausfälle
  • Sehverschlechterung (bis Erblindung bei vorbestehender Sehstörung)
     
  • Hormonstörung (ggf. lebenslange Medikamenteneinnahme)
  • Änderungen von Gedächtnis, Antrieb, Wesen usw.
  • Krampfanfälle (epileptische Anfälle). Diese können einmalig, aber auch gehäuft und manchmal auf Dauer auftreten (evtl. Medikamenteneinnahme auf Lebenszeit)
  • Geruchs- und Geschmackstörungen, meist vorübergehend
     
  • Behinderung der Nasenatmung, Verwachsungen
  • Kopfschmerzen, meist nur für die Zeit der liegenden Tamponade
  • Gabe von Fremdblut mit Gefahr übertragbarer Infektionen (Leberentzündung, HIV)
  • Thrombose und Embolie
     

Wie sehen die Nachkontrollen aus? Wer behandelt mich weiter?

Häufig ist ein Zusammenspiel mehrerer Fachabteilungen für die Betreuung und Nachsorge notwendig. Verantwortlich und koordinierend sind meist Endokrinologen (Internisten mit Schwerpunkt Stoffwechsel und Hormonstörungen) und Neurochirurgen in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt. Das Nachsorgeprofil wird individuell festgelegt.

Nach der Operation sind zwei bis drei Nachuntersuchungen durch einen HNO-Arzt notwendig, die erste findet meist schon im Krankenhaus statt. Hier soll verhindert weden, dass durch Verwachsungen die Nasenatmung dauerhaft behindert wird.

Falls durch einen Tumor bereits vor der Operation Sehstörungen vorhanden waren, ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle notwendig.

Mittels Kernspintomographie beim Radiologen sind in regelmäßigen Abständen (3-12 Monate) Aufnahmen notwendig, um das Operationsergebnis zu kontrollieren.

Laborkontrollen werden durch den Endokrinologen oder Internisten durchgeführt, um den Hormonstoffwechsel zu beurteilen.

Mit den jeweils aktuellen Bildern, Laborergebnissen und ggf. augenärztlichen Befunden stellen Sie sich in unserer neurochirurgischen Hypophysen- oder Tumorsprechstunde vor.

 

Endoskopie im OP
Prof. Dr. med. Martin Bettag
Chefarzt
Neurochirurgie
Telefon: +49 (0)651 208-2621
Telefax: +49 (0)651 208-2639
Neurochirurgie@bk-trier.de