Kopfschmerz

Kopfschmerzen sind eine der häufigsten Erkrankungen des Menschen. Die bekanntesten Kopfschmerzen sind der episodische Spannungskopfschmerz (78% aller Menschen in Deutschland), Migräne (12-14% aller Frauen, 6-8% aller Männer) und der chronische Spannungskopfschmerz (2-3% aller Menschen in Deutschland, tritt an mehr als 15 Tagen des Monats auf). Darüber hinaus können Schmerzmedikamente selbst zu Kopfschmerzen führen, wenn sie in hoher Menge eingenommen werden müssen (Medikamenten bedingter Kopfschmerz). Insgesamt gibt es jedoch laut der revidierten Fassung der Klassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft aus dem Jahr 2003 (http://ihs-classification.org/de) sehr viele unterschiedliche Kopfschmerzenarten. Kopfschmerzen führen zu einer starken psychosozialen Belastung. Menschen mit Migräne müssen häufig Freizeitaktivitäten absagen (64%) oder haben das Gefühl, Ihre beruflichen Anforderungen nicht erfüllen zu können (66%). Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile viele Studien, die zweifelsfrei sowohl die Wirkung von medikamentösen als auch von nicht-medikamentösen Therapien nachgewiesen haben. Speziell bei häufigen Migräneattacken sind prophylaktisch wirkende Medikamente zur Therapie zugelassen, wobei die unterschiedlichen Medikamente sehr individuell auf den Patienten abgestimmt sein müssen. Die nicht-medikamentösen Behandlungsformen sind mindestens genauso wichtig wie medikamentöse Therapien. Dazu gehört regelmäßiger Ausdauersport (3x/Woche für 40 Minuten), Entspannungstechniken (autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson) als auch die Vermeidung provozierender Faktoren wie z.B. Alkohol, Schlafmangel und Hungergefühl. Zumeist können Kopfschmerzen ambulant beim Hausarzt oder Facharzt für Neurologie oder Schmerztherapie behandelt werden. Bei sehr starken, annähernd täglich auftretenden Kopfschmerzen ist jedoch manchmal eine stationäre neurologische Abklärung und/oder stationäre Schmerztherapie notwendig.
 
 

Was können wir für Sie tun?

Bevor eine Therapie begonnen und Beratung bei chronischen, lang bestehenden Kopfschmerzen durchgeführt werden kann, muss die genaue Zuordnung der Kopfschmerzen erfolgen. Sie können sich dafür sowohl ambulant in der Chefarztambulanz PD Dr. Maschke (Mitglied der Deutschen Migräne und Kopfschmerzgesellschaft) vorstellen als auch bei sehr ausgeprägten Kopfschmerzen stationär eingewiesen werden. Sollten Sie jedoch plötzliche und/oder äußerst starke Kopfschmerzen haben, die Sie so nicht kennen, so sollten Sie umgehend Ihren Hausarzt aufsuchen oder in die Zentrale Notaufnahme kommen.
Bei der ambulanten Vorstellung wird eine sehr genaue Anamnese (Krankengeschichte) der Kopfschmerzen erhoben und evtl. notwendige diagnostische Tests wie Gehirnstrommessung oder Ultraschalluntersuchung der Hirngefäße vorgenommen. Anschließend erfolgt eine Beratung bezüglich möglicher medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapiemaßnahmen.
Im Rahmen eines stationären Aufenthaltes werden die notwendigen diagnostischen Tests (z.B. Kernspintomographie des Gehirns, Gehirnstrommessung oder in manchen Fällen auch Punktion des Nervenwassers) durchgeführt und anschließend je nach Zuordnung der Kopfschmerzen eine medikamentöse Therapie und nicht-medikamentöse Therapie (Entspannungstechniken wie progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Wärmeanwendungen, Massage) begonnen.