Epilepsien sind Erkrankungen, bei denen es zu fehlerhaften Entladungen des Gehirnes kommt. Diese äußern sich in motorischen, sensiblen, psychischen Symptomen oder Bewusstseinsstörungen. Von einem generalisierten Anfall spricht man, wenn eine Bewusstlosigkeit auftritt und diese von rhythmischen (tonisch-klonischen) Entäußerungen aller 4 Extremitäten begleitet wird. Dabei kommt es häufig zu einem Hinstürzen des Patienten, einem Zungebiss und Verlust von Urin. Anfälle können sich aber auch nur durch rhythmische Zuckungen einer Extremität, Sensibilitätsstörungen (einfach fokale Anfälle) oder durch einen Absenceartigen Zustand (komplex fokale Anfälle) äußern. Mit einer Prävalenz von 0,5-1% in der allgemeinen Bevölkerung ist die Epilepsie eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Bis zu 5% der Bevölkerung hat im Laufe des Lebens einen (einmaligen) epileptischen Anfall. Das Manifestationsalter ist zum einen sehr häufig vor dem 20.Lebensjahr, häufig auch schon im Kindesalter. Eine weitere Häufung findet sich jedoch auch im höheren Lebensalter ab 60 Jahren, wobei dann die Anfälle meist durch Narben im Gehirn nach Schlaganfällen, Blutungen oder auch durch Medikamente bedingt sind.
Was können wir für Sie tun?
Eine der häufigsten Indikationen für eine stationäre Aufnahme in unserer Abteilung ist ein epileptischer Anfall. Bei erstmaligem Auftreten eines generalisierten oder auch fokalen Anfalls ist eine gründliche Abklärung inklusive einer Kernspintomographie des Schädels notwendig. Darüber hinaus muss anhand der Krankheitsgeschichte (Anamnese), der Kernspintomographie des Schädels und der Gehirnstrom-Messung (EEG) entschieden werden, ob eine medikamentöse Therapie gegen die Epilepsie notwendig ist. Durch eine medikamentöse (antiepileptische) Therapie ist es möglich, bei etwa 50% der Patienten durch das erste Medikament, bei weiteren 25% durch Umstellung der Medikamente eine dauerhafte Anfallsfreiheit zu erreichen. Im Rahmen einer
stationären Abklärung führen wir bei Zweifel an der Diagnose Langzeit- und Video-EEG Untersuchungen sowie eine gründliche klinische Abklärung durch. Zudem werden im dem Zentrum für Radiologie speziell auf die Epilepsie ausgerichtete kernspintomographische Untersuchungen durchgeführt. Ambulant ist eine Vorstellung mit der Frage nach der medikamentösen Einstellung, Möglichkeiten bei bisher der Therapie unzugänglichen Epilepsien und bei speziellen Fragen wie Schwangerschaft, Möglichkeit epilepsie-chirurgischer Eingriffe und Abgrenzung gegenüber anderen Bewusstseinstörungen in unserer
Ambulanz oder Privatsprechstunde möglich. Es besteht zudem eine enge Kooperation mit der Selbsthilfegruppe Epilepsie Trier (
http://www.epilepsie-trier.de).