Schwindel bezeichnet unterschiedlichste Zustände von Unwohlsein, die mit einem drehenden Gefühl (Drehschwindel) oder einem schwankenden Gefühl (Schwankschwindel) einhergehen. Viele Menschen meinen mit Schwindel aber auch eine Unsicherheit beim Gehen oder ein Benommenheitsgefühl. Die Ursachen für Schwindel sind dabei sehr vielfältig und können neurologischer, internistischer, psychischer oder auch HNO ärztlicher Natur sein. Häufig ist ein Schwindel auch medikamentös bedingt.
Beim echten Drehschwindel berichten die Patienten, dass sie sich wie auf dem Karussell fühlen und können angeben in welche Richtung es sich dreht. Häufig wird der Schwindel von einer starken Übelkeit mit Erbrechen und von einer Stand- und Gangunsicherheit mit Fallneigung begleitet. Der häufigste Schwindel ist der gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel (benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel), der typischerweise beim Drehen im Bett in eine Richtung auftritt und heftigst für wenige Sekunden bis maximal eine Minute anhält. Bei jungen Menschen kann eine Entzündung des Gleichgewichtsnerven (Neuritis vestibularis) zu einem im Stehen und Gehen zunehmenden Drehschwindel führen, der für Tage anhalten kann und nur langsam abklingt. Eine glücklicherweise seltene Erkrankung ist die Meniere’sche Erkrankung, die wiederholt zu für wenige Stunden bis Tage anhaltenden Drehschwindelattacken führt und häufig von einer Hörminderung und/oder einem Ohrgeräusch (Tinnitus) begleitet wird. Nicht selten kann ein Schlaganfall zu einem Drehschwindel führen, der dann aber zumeist von anderen Symptomen wie Doppelbildern, Halbseitenlähmungen oder Schluckstörungen begleitet wird. Ein Schwankschwindel ist ebenfalls vielfältiger Ursache und kann durch Veränderungen der Nerven am Bein, durch eine Rückenmarksschädigung oder auch eine Hirnveränderung ausgelöst sein.
Was können wir für Sie tun?
Bei einem neu aufgetretenen Dreh- oder Schwankschwindel sollte eine ärztliche Vorstellung so rasch wie möglich bei Hausarzt, Neurologen, Internisten oder HNO Arzt stattfinden. Wenn der Schwindel von anderen Symptomen wie Doppelbildern oder Lähmungen begleitet wird, ist immer ein Schlaganfall auszuschließen. In diesem Fall nehmen wir Sie auf unserer
Schlaganfallstation auf. Bei unklaren Schwindelzuständen führen wir spezielle Untersuchungen wie eine Untersuchung des Gleichgewichtsorganes und der Augenmotorik (Elektronystagmographie), eine Untersuchung der Nerven (Elektroneurographie), eine Untersuchung der Kontrolle der Blutdruckanpassung und des Pulses an Lageänderungen (autonome Testung) und ggf. radiologische (
Kernspintomographie des Kopfes) und sonographische Untersuchungen (Ultraschall der Halsarterien) durch. Bei sehr akuten Schwindelerkrankungen erfolgen die Untersuchung
stationär, bei chronischen bisher unklaren Zuständen auf Überweisung gerne auch in unserer
Ambulanz.