Hodenkrebs

Hodenkrebs ist eine insgesamt seltene Krebsart. In Deutschland erkranken jährlich ca. 4000 Männer zwischen 20 und 40 Jahren neu an Hodenkrebs. Damit ist der Hodenkrebs bei Männern dieses Alters allerdings der häufigste bösartige Tumor. Das bedeutet, dass die jährliche Neuerkrankungsrate in einer Stadt wie Trier immerhin bei 8-10 Betroffenen liegt.

Ein erhöhtes Risiko an Hodenkrebs zu erkranken besteht vor allem bei familiärer Häufung,  das heißt wenn in Ihrer Familie  bereits ein Mann (Bruder/Vater) an Hodenkrebs erkrankt ist.
Darüber hinaus gehören der kindliche Hodenhochstand, ein vorheriger Hodentumor der Gegenseite oder bestimmte Erbkrankheiten (wie z.B. das Klinefelter-Syndrom) zu den Risikofaktoren.

Der Hodenkrebs im Frühstadium äußert sich meist als schmerzlose tastbare Verhärtung des Hodens, die eine Größenzunahme zeigt. Es kann auch ein Schweregefühl im Hoden bestehen oder Missempfindungen und Schmerzen, die sich z. B. als ziehende Beschwerden im Hoden oder in der Leiste äußern.

Die Behandlung beginnt i.d.R. mit der Entfernung des erkrankten Hodens (Ablatio testis), so dass gleichzeitig im Rahmen der folgenden feingeweblichen Untersuchung des entfernten Hodens auch der genaue Zelltyp bestimmt werden kann. Während der Operation wird in bestimmten Situationen auch eine Probe aus dem gegenseitigen Hoden entnommen, um hier einen Befall auszuschließen. Die Anschlusstherapien richten sich nach Zelltyp (sog. Seminom oder Nicht-Seminom) und dem Stadium der Erkrankung.
Insgesamt gibt es recht komplexe Behandlungsstrategien, die je nach Tumortyp und Stadium neben dem kontrollierten Zuwarten ("Surveillance") in einer Chemotherapie, einer Bestrahlung oder in einer weiteren Operation zur Entfernung von Lymphknoten aus dem Bauchraum bestehen können.