Leistungen und Schwerpunkte


Jede Patientin mit dem Verdacht auf eine bösartige Brusterkrankung erhält so schnell wie möglich, d.h. innerhalb von maximal drei Tagen, einen Termin in unserer Brustsprechstunde. Im Brustzentrum Tauber-Franken bieten wir alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen an.

 

Diagnostik:

  • Ultraschalluntersuchung der Brüste, ggfs. ergänzende Dopplersonografie
  • Zweitbefundung der mitgebrachten Mammografiebilder
  • minimal-invasive Abklärung suspekter Befunde durch ultraschallgesteuerte Jetnadel-Biopsie und Mitteilung des Befundes am nächstfolgenden Werktag
  • Durchführung aller Untersuchungen, die zur Diagnose des Krankheitsstadiums dienen („Staging“) sowie exakte feingewebliche Beschreibung des Tumors („tumorbiologisches Profil“)
  • Vorstellung jeder Patientin vor Therapiebeginn in unserer wöchentlichen interdisziplinärenTumorkonferenz und Erstellen eines verbindlichen Therapieplans
  • Erstkontakt unserer Patientinnen mit unserer Psychoonkologin
     

Therapie: 

Operation:

Das operative Vorgehen wird in Abhängigkeit von der onkologischen Situation und dem Wunsch der Patientin individuell geplant. Zur Verfügung stehen alle Verfahren der brusterhaltenden, onkoplastischen, ablativen und rekonstruktiven Mammachirurgie. Es können mittlerweile über 80% aller Mammakarzinome brusterhaltend operiert werden, d.h. Brustamputationen stellen zusehends eine Ausnahme dar. Sollte dennoch eine Amputation notwendig sein, bieten wir jeder Patientin die Möglichkeit einer Brustrekonstruktion an, entweder sofort bei der Erstoperation oder im Intervall nach Abschluss der gesamten Tumortherapie.  
Die Untersuchung auf einen Lymphknotenbefall in der Achselhöhle erfolgt so wenig invasiv wie möglich. Bei den meisten Karzinomen kann der Lymphknotenstatus über die Sentinel-Node-Biopsie (SLNB), d.h. über die Entfernung nur eines einzelnen, des Wächterlymphknotens bestimmt und so möglichen Lymphödemen vorgebeugt werden. 
Die Entscheidungsfindung und die Operation erfolgen auf hohem qualitätsgesicherten Niveau. Jede Patientin wird durch einen besonders qualifizierten Operateur mit langjähriger Erfahrung und permanenter intensiver Weiterbildung behandelt.

Bestrahlung:

Eine postoperative Bestrahlung ist zur Verminderung des lokalen Rückfallrisikos bei fast allen organerhaltend operierten Frauen notwendig, vereinzelt auch nach einer Brustamputation. Seit Juni 2011  bieten wir die Strahlentherapie in Zusammenarbeit mit der "Strahlentherapie Tauber Franken" auf dem Gelände des Caritas-Krankenhauses an.  Die Bestrahlung kann aber mit jeder wohnortnahen Bestrahlungseinheit koordiniert werden. Die postoperative Strahlentherapie dauert normalerweise ca. sechs Wochen und wird ambulant durchgeführt.
 

Chemotherapie:

In vielen Brustkrebsfällen ist es notwendig, im Laufe der gesamten Behandlung, meist postoperativ, manchmal jedoch auch präoperativ, eine chemotherapeutische Behandlung durchzuführen. Diese Behandlung wird zusehends individualisiert, d.h. exakt am Risiko der jeweiligen Patientin ausgerichtet und mit ihr ausführlich besprochen.
Die Entscheidung zu einer Chemotherapie wird in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt, die Durchführung erfolgt fast ausnahmslos ambulant in unserer onkologischen Tagesklinik. Eine postoperative Chemotherapie wird in direktem Anschluss an die Operation durchgeführt und dauert zwischen 18 und 24 Wochen. In geeigneten Fällen bieten wir unseren Patientinnen eine Genchip-Analyse (Onkotype DX) an, um die Notwendigkeit einer Chemotherapie zu überprüfen.
Wir besprechen mit den betroffenen Patientinnen die Möglichkeit einer studienbegleiteten Therapie, da sie auf diese Weise die Möglichkeit erhalten, direkt von den neuesten medizinischen Erkenntnissen zu profitieren.

Antikörpertherapie:

Bei ca. 20% aller Brustkrebspatientinnen besteht die Möglichkeit, eine Therapie mit einem auf die Tumorzelle exakt ausgerichteten Antikörper durchzuführen. Diese hochwirksame Therapie wird ebenfalls ambulant in unserer onkologischen Tagesklinik nach einer Chemotherapie durchgeführt und dauert regelmäßig ein Jahr.

Endokrine Therapie:

Sehr viele Mammakarzinome, vor allem bei Patientinnen jenseits der Wechseljahre, wachsen hormonabhängig, d.h. unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone, speziell des Östrogens. In solchen Fällen erhalten die Patientinnen eine spezielle Therapie, die diese Hormonstimulation aufheben soll, eine sog. endokrine Therapie. Für diese endokrine Therapie stehen eine Reihe hochwirksamer Medikamente zur Verfügung, welche alle in Tablettenform eingenommen werden können. Diese Therapie geht über fünf Jahre und wird normalerweise von dem behandelnden Frauenarzt überwacht.
 

Tumornachsorge:

Nach Beendigung der aktiven Tumortherapie ist es sehr wichtig, dass sich die Patientinnen in regelmäßigen Abständen zur Tumornachsorge vorstellen, um neu auftretende Tumore oder einen Rückfall sowie Metastasen rechtzeitig zu entdecken. Diese Nachsorge erstreckt sich insgesamt über 10 Jahre und wird normalerweise bei dem behandelnden Frauenarzt durchgeführt.
 

Unterstützende Maßnahmen:

Im Brustzentrum Tauber-Franken bieten wir unseren Patientinnen eine umfassende pflegerische, soziale, seelsorgliche und psychologische Betreuung und Beratung. Das Pflegepersonal auf den Stationen ist speziell geschult und vorbereitet auf den Umgang mit Brustkrebspatientinnen. Die Pflegerinnen und Pfleger kümmern sich um das Wohl der Patientinnen und stehen für alle Fragen gerne zur Verfügung.

Sozialdienst
Der Sozialdienst berät die Patientinnen bei sozialrechtlichen Fragen. Dazu gehören z.B. die Einleitung von Reha-Maßnahmen, die Hilfe bei der Klärung von sozialversicherungsrechtlichen Ansprüchen wie Krankengeld, Beratung bei Vorsorgevollmachten, Patientenverfügungen und gesetzlicher Betreuung; Vermittlung von ambulanten Hilfsmöglichkeiten wie Haushaltshilfen, Beschaffung von Heil- und Hilfsmitteln sowie die Organisation von Kurzzeit- oder Übergangspflege. 
 
Psychoonkologie
Die Psychoonkologie ergänzt die medizinische Behandlung und beschäftigt sich mit den Auswirkungen und Belastungen, die mit einer Krebserkrankung für Patientinnen und deren Angehörige verbunden sind. Sie soll dabei helfen, Angst zu bewältigen, Folgen und Reaktionen auf die Therapie zu verkraften und eine positive Lebenseinstellung zu gewinnen. Veränderungen nach operativen Eingriffen müssen ebenso verarbeitet werden wie negative Gefühle (z.B. "warum gerade ich?" „ich bin nichts mehr wert“, „ich belaste andere“). Menschen mit Krebserkrankungen neigen oft zum sozialen Rückzug und hadern mit ihrer Erkrankung. Wir wollen stattdessen versuchen die Krankheit als Teil des Lebens zu akzeptieren, um den Alltag aktiv gestalten zu können und die zwischenmenschlichen Beziehungen positiv zu nutzen.

Seelsorge
Die Seelsorge kümmert sich um die existentiellen, seelischen Nöte, die mit einer schweren Erkrankung für die Patientinnen und deren Angehörige verbunden sind. Die Seelsorger bieten Zeit für ein Gespräch in Ruhe, für ein Gebet und einen Segen, wenn die Patientinnen dies möchten.

Physiotherapie
Unsere physiotherapeutischen Behandlungen sind individuell auf die Diagnose abgestimmt und dienen der Unterstützung des Heilungsverlaufs durch Schmerzlinderung, die Anregung von Kreislauf – und Stoffwechsel, die Förderung von Entspannung und Wohlbefinden. Ziel ist die Wiedererlangung der Selbständigkeit durch Schulung schonender, ökonomischer Alltagsbewegungen.
 
Selbsthilfegruppen
Auf Wunsch stellen wir den Kontakt zu Selbsthilfegruppen her.

Kosmetikseminare
Wir bieten regelmäßig Kosmetikberatung für Frauen an, die von den Folgen der Tumortherapie betroffen sind.
 
Hospiz-Dienst
Auf Wunsch stellen wir den Kontakt zum ambulanten Hospiz-Dienst her.
 
Tumorkonferenz
Operation
Beratung durch den Sozialdienst