Patienten-Akademie

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Auf dem richtigen Weg

Das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur wollte für seine jährlich rund 600 endoprothetischen Patienten eine möglichst rasche Mobilisierung und Genesung sowie ein transparentes Entlassungsmanagement. Möglich wurde das mit der Einführung einer Patientenschule. Seitdem die Patienten aktiv in den Behandlungsprozess einbezogen werden, sind sie nachweislich zufriedener.

 

Mitte 2014 gab der Chefarzt der Klinik für Allgemeine Orthopädie, Endoprothetik und Kinderorthopädie des Katholischen Klinikums Koblenz · Montabaur, Dr. Martin Haunschild, den Startschuss für die Einführung der „Patientenschule der raschen Genesung“ – ein Projekt zur intensiveren Patientenaufklärung. „Glücklicherweise sind wir in der Lage, unsere Patienten erst mit gezogenen Fäden entlassen zu wollen und zu können, eine Liegezeitverkürzung mit allen erdenklichen Mitteln passt nicht zu unserem Leitbild und stand nicht zur Diskussion – aber eine Liegezeitharmonisierung und vorausschauende Planbarkeit für unsere Patienten. Hier haben wir im Team gemeinsam viele Optimierungsansätze entwickelt“, so Haunschild.

 

Patientenschule der raschen Genesung
 

Sichtbarster Teil des Projekts ist die Gründung einer Patientenschule. „Der Ansatz, die Patienten und ihre Angehörigen bereits einige Wochen vor der stationären Aufnahme zu schulen, hat mich interessiert“, sagt Haunschild. Gemeinsam mit einem engagierten Projektteam aus Mitarbeitern der Anästhesie und Orthopädie, des Therapiezentrums, der Pflege, dem Sozialdienst, der OP-Vorbereitungsambulanz, des Einstellungs- und Chefarztsekretariats, des Qualitätsmanagements, der Unternehmenskommunikation und einer beratenden Mitarbeiterin der Firma Aesculap, wurde das Projekt auf den Weg gebracht. Potenziale für interne Prozessverbesserungen, beispielsweise bei der Kontaktführung der Patienten, beim Liegezeitenmanagement oder einem neu zu erarbeitendem gemeinsamen Standard von Anästhesie, Pflege und Therapiezentrum wurden aufgezeigt und umgesetzt. Sechs Teilprojekte entstanden, Aufgaben wurden konkretisiert, Verantwortlichkeiten festgelegt. Vier weitere Workshops folgten, bis alle fachgruppenübergreifenden Prozessveränderungen umgesetzt waren. Seit Anfang April 2015 durchläuft nun jeder Patient, der ein künstliches Knie oder Hüftgelenk bekommen soll, die „Patientenschule der raschen Genesung“. Jeden zweiten Mittwoch werden seit dem die Patienten geschult. Vier Mitarbeiter und der Chefarzt nehmen sich hierfür bis zu zwei Stunden Zeit. 

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Patient als aktiver Partner
 

Mit dem Projekt hat sich die Sichtweise auf den Patienten verändert. „Anfangs haben wir uns gefragt, ob wir den Patienten so viel abverlangen können“, erinnert sich Oberärztin Dr. Annemay Huppert, Anästhesiologin und Leiterin des Schmerzdienstes. Die Patientenschule, die mehr bietet als eine Information zum Behandlungsverlauf, soll die Eigenmotivation zur aktiven Vorbereitung auf den Eingriff stärken, Synergien bei Fragen und

Antworten schaffen, Vertrauen zu Klinik, Ärzten und Therapeuten aufbauen sowie Gruppenprozesse bei Patienten mit gleicher Indikation fördern. Die zukünftigen Patienten lernen zudem praktisch erste Physiotherapie-Übungen und den Gang mit Gehilfen. „Da die Patienten so vertrauter und geübter mit den Anforderungen sind, kann sich der Therapeut nach der OP auf die individuellen Probleme der Mobilisierung konzentrieren“, erläutert Rian de Louwere, Leiterin des Therapiezentrums, den Nutzen.
 

Es scheint sich abzuzeichnen, dass beispielsweise die OP-Vorbereitungsambulanz, die durchschnittlich zwei Wochen nach der Schulung stattfindet, jetzt schon profitiert. Die Zeiten für OP-Vorbereitungsgespräche werden kürzer, etwa bei der Entscheidung über die Art der Narkose sowie bei der Erfassung der Medikamentenliste. „Wir merken, dass sich unser Einsatz im Vorfeld bei den Aufklärungsgesprächen bezahlt macht.“, nimmt Oberärztin Huppert wahr. Viele empfinden das Projekt inzwischen als Bereicherung für die eigene Arbeit. 

 

Gute Noten für Patientenschule
 

Im Rahmen von Befragungen der teilnehmenden und operierten Patienten auf freiwilliger und anonymer Basis wird der Erfolg der Patientenschule bewertet. Im Durchschnitt haben 82 Prozent der Eingeladenen das Angebot wahrgenommen, zuletzt 100 Prozent. Fast alle bringen Angehörige mit und bewerteten Schulung, Vortragsstil, Informationen, Übungen und Unterlagen. Gewonnene Anregungen werden bei der Folgeschulung umgesetzt. Weitere Fragen beziehen sich auf die Zufriedenheit während des stationären Aufenthaltes. Ergebnisse sind Ende des Jahres zu erwarten. Gute Noten für die Patientenschule stehen schon heute fest. Nahezu alle Befragten würden die Schulung des Hauses weiterempfehlen. Die Patienten fühlen sich „in guten Händen“ und durch die Veranstaltung besser vorbreitet. Sie verstehen die Wichtigkeit, sich aktiv am Genesungsprozess

zur raschen Genesung zu beteiligen.

Handout Patienten-Akademie

Patienten-Vorbereitungsblatt

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