Hernienzentrum des Katholischen Klinikums ist jetzt Kompetenzzentrum

Dr. med. Michael Düsseldorf
Chefarzt Dr. med. Michael Düsseldorf.

Das Hernienzentrum des Katholischen Klinikums Koblenz · Montabaur ist von der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) und der Deutschen Gesellschaft für Allgemein und Viszeralchirurgie (DGAV) als Kompetenzzentrum Hernien zertifiziert worden. Das Zentrum ist damit das erste seiner Art in Koblenz und im Westerwald, und eines von nur vier zertifizierten Anlaufstellen in ganz Rheinland-Pfalz. Das Hernienzentrum am KKM in der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie steht unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Michael Düsseldorf. Bei der Zertifizierung wurden die Operationsergebnisse Leistenhernien sowie Bauchwand- und Zwerchfellhernien als Qualitätskriterien herangezogen. Grundlage für die Bildung des Kompetenzzentrums ist die bereits 2013 begonnene Teilnahme an der Qualitätssicherungsstudie Herniamed der Deutschen Herniengesellschaft.

 

Am Kompetenzzentrum Hernien des Katholischen Klinikums Koblenz · Montabaur werden Patienten behandelt, die an einem Leistenbruch, einem Zwerchfellbruch oder einem Nabelbruch leiden. Das Hernienzentrum verfügt über modernste Diagnose- und Operationsverfahren. Die sorgfältige Auswahl des Operationsverfahrens, orientiert an den individuellen Gegebenheiten des Patienten, ermöglicht einen bestmöglichen Behandlungserfolg. Angewandt werden bei Leistenbrüchen und Zwerchfellbrüchen im Schwerpunkt minimal-invasive und damit für den Patienten schonende Operationsverfahren.

 

Kompetenzzentrum Hernien

Das Team um Chefarzt Dr. Düsseldorf freut sich riesig über diese Anerkennung, ist sie doch der Lohn für eine auf Dauer angelegte, sehr aufwändige Dokumentationsarbeit bei gleichzeitig nachgewiesenen exzellenten Operationsergebnissen. Unter Federführung von Oberarzt Dr. med. Peter Sperling flossen seit 2013 primäre Datensätze von mehreren hundert  operierten und postoperativ nachuntersuchten Hernienpatienten in das Deutsche Hernienregister ein. Zwischenzeitlich wurde darüber hinaus auch  der erste Nachuntersuchungszyklus ein Jahr nach der Hernienoperation via Fragebogen durchgeführt und in die Herniamedstudie eingebracht. Der Beginn des zweiten Nachuntersuchungszyklus drei Jahre nach der Hernienoperation steht bereits im kommenden Jahr an. In die Herniamedstudie fließen die Daten von Patienten mit Nabelbrüchen, komplexen Narbenhernien, parastomalen Hernien, Zwerchfellhernien und Leistenhernien ein.

 

Inzwischen werden die bisher gewonnenen Ergebnisse der Herniamedstudie auch mit zunehmender Aufmerksamkeit seitens des internationalen Fachpublikums bedacht. Ziel dieser deutschlandweiten Studie ist es einerseits, unter Beachtung  von Risikokonstellationen wie beispielsweise Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen sowie von Voroperationen das für den Patienten optimale Operationsverfahren individuell  zu evaluieren. Andererseits sollen solche Operationsverfahren detektiert werden, deren Anwendung grundsätzlich nur noch mit großer Zurückhaltung erfolgen sollte. Um zu diesen Themen valide Ergebnisse zu generieren, werden unter anderem die Daten zu intra- und postoperativen Komplikationen sowie Angaben zum angewandten OP-Verfahren und den verwendeten Materialien erfasst und zentrumsübergreifend ausgewertet und verglichen. Ein weiteres, wichtiges Qualitätskriterium ist die Minimierung des postoperativen Schmerzes besonders bei den großen und den nicht minimal invasiv operierten Hernien. Die an Herniamed angeschlossenen Hernienzentren werden zu diesen Themen durch die statistische Auswertung der bei jedem Patienten dokumentierten „Schmerzscores“  miteinander verglichen und bewertet.

 

Dr. Düsseldorf ist stolz darauf, dass sich sein Team engagiert für die Qualitätssicherung in der Hernienchirurgie einsetzt und nach Feststellung der DGAV und der DHG den Vergleich mit den anderen Hernienzentren in Deutschland nicht scheuen muss. Es entspricht seinem Selbstverständnis als ärztlicher Qualitätsmanager, dass sich das Hernienzentrum am KKM auch zukünftig an der Herniamedstudie einbringen wird, um die Optimierung von Prozessen und Ergebnissen in der Hernienchirurgie weiter voranzutreiben.